Auszüge aus unserer Chronik
| Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach 1894 Am 02. Mai 1894 wurden in einer Bekanntmachung alle interessierten männlichen Bürger für Sonnabend, den 06. Mai 1894--Gründungsdatum um 16.00 Uhr in den Weidmüllerschen Gasthof eingeladen. Nachdem zu dieser Versammlung genügend Anwärter gefunden waren, wurde zur nächsten Versammlung am 20. Mai 1894 im Beisein des Bezirksverbandsvorsitzenden Herrn C. Blüher aus Lengefeld, der Kirchschullehrer Oeser als Kommandant und Gutsbsitzer Emil Gärtner als dessen Stellvertreter gewählt. Damit konnte die Feuerwehr am 18. Juni 1894 in den Feuerwehrverband der Amtshauptmannschaft Marienberg aufgenommen werden. Die Aufnahmeurkunde vom Landesausschuss sächsischer Feuerwehren wurde am 23. Juni 1894 an die Wehr ausgehändigt. Im ersten Jahr ihres Bestehens zählte die Wehr 56 aktive Mitglieder, welche in Chargen, Steiger und Pioniere sowie Löschmannschaften unterteilt waren. ![]() 1895 Den ersten Einsatz hatte die Lauterbacher Feuerwehr am 24. September 1895 bei Gutsbesitzer Schneider Nr. 90 in Lauterbach. Auswärts wurde die Wehr am 04.12.1895 zum Ziehnertschen Gut nach Marienberg-Gebirge gerufen. Hier wurde sich gleich die 2. Spritzenprämie verdient. 1900 Ein großer Erfolg in der jungen Geschichte der Lauterbacher Feuerwehr war der am 30. Juli 1900 in Lauterbach abgehaltene 17. Verbandsfeuerwehrtag der Amtshauptmannschaft Marienberg. Der Wehr Lauterbach wurde hier eine gute Ausbildung bescheinigt und große Anerkennung von den über 500 anwesenden Vertretern aller Wehren gezollt. Am 13. August 1900 wurde gegen 19.30 Uhr die Wehr zu einem Großbrand nach Marienberg alarmiert. Es brannten 10 Wohngebäude in der Kirch- und Marienstraße. 1901 In einer schlichten Feier am 20. Oktober 1901 wurde das neue Spritzenhaus im Mitteldorf eingeweiht. Die Kosten beliefen sich damals auf 4000 Mark. 1908 Am Ende des Jahres 1908 gab Herr Lehrer Oeser die Leitung der Wehr nach14 Jahren an Reinhold Schönherr als Hauptmann ab. 1922 Der 22. September 1922 ist aus der Geschichte der Wehr nicht wegzudenken. An diesem Tag brannte das Dachgeschoss der Schule vollständig ab. 1923 Im Jahre 1923 vollzog sich wieder ein Wechsel in der Führung der Wehr. Der Lehrer Paul Felgner übernahm als Hauptmann die Leitung der Selben. 1925 Am 04. Juli 1925 konnte die neue Schiebeleiter mit Musik vom Bahnhof aus Marienberg abgeholt werden. Durch einen Vertreter der Firma Magirus aus Ulm wurde am 15. Juli 1925 der Mechanismus der Leiter den Kameraden und Gemeindevertretern vorgeführt. Der Vertreter spendierte anschließend ein Fass Bier. 1937 Am 06. Februar 1937 konnte die Lauterbacher Wehr ihre erste Motorspritze aus Jöhstadt erwerben. Es handelte sich hierbei um das neueste Modell, die Siegerin, von der Firma Flader. 1939 - 1945 Auch der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos an Lauterbach vorüber. In der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1945 überflogen anglo -amerikanische Flugzeuge unseren Ort und warfen circa 4-5 tausend Brandbomben ab. Viele kleine Brände wurden von den Anwohnern gelöscht. Außerdem brannte das Bauerngut Nr. 106 vollständig nieder. Bei 3 weiteren Gütern brannten Stall, Scheunen und Schuppen. 6 Wohnhäuser wurden auch noch ein Opfer dieser sinnlosen Tat. Die Feuerwehr kämpfte mutig mit ihren Mitteln gegen die zahlreichen Feuersbrünste an. Eine Ausbreitung auf weitere Gebäude konnte somit verhindert werden. 1946 Der 2. Weltkrieg hatte große Lücken in die Mannschaft der Wehr gerissen. Im Jahre 1946 wurde die Wehr neu aufgebaut. Die Leitung, der aus vorwiegend jungen Kameraden bestehenden Wehr, übernahm der Gastwirt Ernst Ullmann aus der Hausnummer 137. 1949 Der 22. Januar 1947 war wieder ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach. Es konnte ein lang ersehnter Wunsch erfüllt werden. Ein Mannschaftswagen vom Typ Presto wurde der Wehr Lauterbach durch einen Beauftragten des Brandschutzamtes Marienberg mit Sitz in Pockau von der Olbernhauer Wehr in kameradschaftlicher Hilfe übergeben. ![]() 1950 In der Jahreshauptversammlung am 09. Januar 1950 wurde dem Kameraden Walter Schönherr in einer Neuwahl der Wehrleiterposten übertragen. 1962 Der alte Presto war den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Eine Zuweisung eines neuen Löschfahrzeuges war zur damaligen Zeit leider nicht möglich. Deshalb wurde der Umbau eines geeigneten Fahrzeuges in eigener Regie erwogen. Von der GHG-Kulturwaren Olbernhau konnte ein LKW mit Pritzschenaufbau als geeignetes Fahrzeug erworben werden. Dabei handelte es sich um einen 1944 in Lizenz der Firma Steyr in Chemnitz- Siegmar für Militärszwecke gebauten leichten LKW mit Allradantrieb. In rund 1200 freiwilligen Stunden wurde aus dem Lieferwagen ein für die damalige Zeit modernes Löschgruppenfahrzeug durch die Kameraden neu aufgebaut. Das Löschfahrzeug Steyr 1500 A2 mit ca. 85 PS-Leistung ist heute noch einsatzbereit und wird gern bei Jubiläen und Umzügen genutzt. Die Übergabe dieses Fahrzeuges erfolgte am 20. Oktober 1962 in einer Feierstunde im Kulturhaus. 1969 Das 75 jährige Bestehen der Wehr wurde am 28. Juni 1969 gefeiert. Unter dem Motto Brandbekämpfung Einst und Jetzt fand am Nachmittag eine historische Schauübung an der BHG statt. Hierbei wurde die in vielen Stunden restaurierte alte Handdruckspritze aus dem Jahre 1863 vorgeführt. Heute steht die Handdruckspritze unter Denkmalschutz. 1976 - 1977 Der 07. Februar 1976 war wieder ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Lauterbacher Feuerwehr.Im Beisein von Vertretern der Wirkungsbereichsleitung Zöblitz, des Rates des Kreises Marienberg und dem Bürgermeister wurde der Wehr ein fabrikneues Löschgruppenfahrzeug LF TS8-TSA vom Typ LO - Robur übergeben. Das alte Gerätehaus war für das neue Löschfahrzeug in Folge der Bauhöhe nicht mehr nutzbar. Wieder in der Freizeit begannen die Arbeiten zum Umbau der Scheune bereits 1975. Am 17. Oktober 1976 wurde das Richtfest gefeiert. Am 12. November 1977 konnte nach 2 -jähriger Bauzeit das Objekt an die Wehr übergeben werden. 1985 1985 wurde mit einem Jahr Verspätung der neunzigste Geburtstag gemeinsam mit dem 100. Geburtstag der Schule gefeiert. Die Festwoche fand vom 11. bis 19. Mai 1985 statt. Höhepunkt war der Festumzug am Sonntag, den 19. Mai 1985. 1987 Zur Jahreshauptversammlung am 07. Februar 1987 wurde aus alters gründen der Wehrleiter Kamerad Walter Schönherr nach 37-jähriger Tätigkeit verabschiedet. Neuer Wehrleiter wurde der Kamerad Karl Hunger. 1989 Im Frühjahr 1989 wurde von den Kameraden in der Freizeit ein Garagenkomplex vor dem Gerätehaus errichtet. 1994 Zur Verbesserung der personellen Stärke der Feuerwehr Lauterbach wurde der Beschluss gefasst, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Am 15. Januar 1994 fand im Schulungsraum des Gerätehauses die Gründungsversammlung statt. 10 Schüler waren der Einladung mit ihren Eltern gefolgt. Die Kameraden Uwe Dünnebier und Christian Schönherr stellten sich die Aufgabe, die Ausbildung und die Leitung der Jugendfeuerwehr zu übernehmen. ![]() Wohl einen der größten Höhepunkte der Lauterbacher Feuerwehr ist das 100-jährige Bestehen der Wehr im Jahre 1994. Die Festtage zur Hundertjahrfeier fanden vom 27. bis 31. Mai 1994 statt. Der Dorfgendarm allias Kamerad Manfred Oettel beim Festumzug. ![]() 1998 Am 01.01.1998 wird die Gemeinde Lauterbach ein Ortsteil der Stadt Marienberg. Die bereits seit längerem geplante Eingemeindung wurde nun vollzogen. Bei den durchgeführten Wahlen wurde Kamerad Karl Hunger als Wehrleiter wieder gewählt. Sein Stellvertreter Kamerad Günter Baldauf stellt sich nach 39 Jahren nicht wieder dieser Funktion. Als neuer Stellvertreter des Wehrleiters wird der Kamerad Dieter Schmidt gewählt. Am 16. April 1998 nachmittags fuhren Kameraden Wächtler Fahrzeug der nach Dissen bei Osnabrück um das neue Löschgruppenfahrzeug MAN LF 8/6 von der Firma Schlingmann zu übernehmen. Am 17. April 1998 gegen 21.45 Uhr trafen die Kameraden mit dem neuen Fahrzeug in Lauterbach ein. Bereits am 18. April erfolgte auf dem Vorplatz des Gerätehauses die öffentliche Fahrzeugübergabe. ![]() In Folge unachtsamen Umgang mit Silvesterknaller kam es zu einem Brand eines Holzschuppens Am Seitenweg in der Nacht des 30.12.1998 ![]() 1999 Am 05. Juli 1999 entlud sich in den früheren Nachmittagsstunden ein schweres Gewitter mit mehrstündigem Starkregen mit teilweisem Hagelschlag über dem Raum Marienberg. Innerhalb von nur 3 Stunden fielen insgesamt 160l Regenwasser pro m². Harmlose Bäche schwollen zu reißenden Strömen an. Die Wehr von Lauterbach wurde gegen 16.00 Uhr alarmiert, um die entstandenen Schäden mit zu beseitigen. 2000 Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr holten am 13. Februar 2000 ihre neue Kameradschaftsfahne von der Stickerei Stucke aus Kottengrün im Vogtland ab. Die Einweihung der neuen Kameradschaftsfahne fand am 06. Mai gemeinsam mit der Indienststellung eines umgebauten Mannschaftstransportfahrzeuges VW T4 in der Turnhalle statt. Der Bürgermeister der Stadt Marienberg, Herr Thomas Wittig, mit dem Weihespruch: Bereitschaft und Mut schützen Menschen, Hab und Gut die Fahnenweihe vor. ![]() Bilder von der Fahnenweihe 2002 Infolge eines 42 stündigen Dauerregens vom Abend des 11. August bis Mittag des 13. August kam es zu großen Überflutungen durch Übertreten der Bach und Flussläufe sowie Eindringen von Grundwasser in den Kellern. Alle Feuerwehren des Mittleren Erzgebirgskreises waren tagelang in den eigenen Orten und auswärts im Einsatz. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach waren ohne Unterbrechung von 12. August 14.00 Uhr bis 13. August 18.00 Uhr mit 2 Löschfahrzeugen und 19 Kameraden den betroffenen Grundstücksbesitzern zu Hilfe geeilt. Im nach hinein erwies sich dieses Ereignis als größter Schaden nach dem 2. Weltkrieg in der Geschichte Deutschlands. Vom Land Sachsen wurden alle Helfer der Jahrhundertflut mit einem Fluthelferorden geehrt. 2003 Zur Jahreshauptversammlung am 08. Februar 2003 wurde die Wehrleitung und der Feuerwehrausschuss der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach neu gewählt. Die Leitung der Wehr übernimmt einstimmig Kamerad Dieter Schmidt. Als neuer Stellvertreter wurde ebenfalls einstimmig Kamerad Uwe Dünnebier gewählt. Dem Kameraden Karl Hunger gebührt für die 15-jährige Leitung der Wehr hier nochmals unser herzlichster Dank. Nachdem Kamerad Günter Baldauf nach 43 Jahren seine Tätigkeit als Schriftführer niederlegt, wird diese Aufgabe an Kamerad Roland Schönherr übertragen. Nach der umfassenden Sanierung einer Scheune des ehemaligen Gerichtes an der Lengefelder Straße, gab es am Sonnabend dem 18. Oktober 2003 wieder ein erfreuliches Ereignis. Der Bürgermeister Herr Thomas Wittig übergab den Ortswehren der Stadt Marienberg die für 170 T Euro neu vorgerichtete Unterstellhalle für historische Feuerwehrtechnik. 2004 Im Mai 2004 feierten die Kameraden der FF Lauterbach ihr 110 jähriges Bestehen. Zugleich wird die Jugendfeuerwehr 10 Jahre alt. Einen geschichtlichen Rückblick gaben Wehrleiter Dieter Schmidt und Jugendfeuerwehrwart Uwe Dünnebier zur Festsitzung. In diesem Link finden Sie Bilder zur 110 Jahrfeier der FF und 10 Jahrfeier der JF Lauterbach. Auch gleich im Frühjahr des gleichen Jahres begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Gerätehaus. Dach Dach erhielt eine neue Schiefereindeckung und die gesamte Aussenfassade wurde wärmeisoliert sowie mit einem neuen Putz versehen. ![]() 2005 Die 1989 erichtete Doppelgarage konnte im Juni mit Hilfe der Malerlehrlinge des Institutes für Ausbildung Jugendlicher aus Marienberg innen und aussen ebenfalls mit einem neuen Farbanstrich versehen werden. ![]() Mit großer Freude wurden die Kameraden der FF Lauterbach überrascht, als sie erfuhren, dass ihr Jugendwehrleiter Kamerad Oberbrandmeister Uwe Dünnebier auf der Verbandssitzung der Jugendfeuerwehren Sachsens am 06.11.2005 in Leipzig-Mockrehna mit der "Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber" ausgezeichnet wurde. Weitere 6 Kameraden aus Sachsen erhielten durch den neu gewählten Landesjugendfeuerwehrwart Kamerad Oberbrandinspektor Manfred Langner diese hohe Ehrung. Seit der Gründung der Jugendfeuerwehr der FF Lauterbach am 15.01.1994 leitet Kamerad Dünnebier die Floriansjünger an und bildet sie zu jungen Kameraden bzw. Kameradinnen aus. ![]() 2006 Zur Jahreshauptversammlung am 04.02.2006 wurde die 112- jährige Männerdomäne in der Lauterbacher Feuerwehr gebrochen. Mit der Übernahme von Patrizia Dünnebier und Bianca Schmidt aus der Jugendfeuerwehr erhielten die Löschmänner weibliche Verstärkung. Ausserdem wurden am gleichen Tag noch vier junge Männer von der Jugendfeuerwehr in die aktive Abteilung aufgenommen. ![]() Der größte Höhepunkt im Erzgebirge war sicherlich der Tag der Sachsen vom 01. bis 03. September in Marienberg. Etwa 250000 Besucher konnten in den drei tollen Festtagen gezählt werden. Für die Sicherheit wurde ein optimales Konzept erarbeitet in dem auch viele Feuerwehren integriert waren. Unsere Aufgabe bestand darin, das nordöstliche Stadtgebiet brandschutztechnisch abzusichern. Unsere Jugendfeuerwehr präsentierte am Samstag auf der Blaulichtmeile ihre neue Kinderhanddruckspritze. Selbst der Ministerpräsident Georg Milbradt lobte vor Ort die gute Arbeit bei der Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses. Aber auch beim Festumzug am Sonntag wirkten wir mit. Die pferdebespannte historische Handdruckspritze aus dem Jahr 1863 mit Besatzung einschließlich berittenen Signalisten und die Brandopfer kamen aus Lauterbach. Fotoimpressionen vom Tag der Sachsen Lauterbach, den 20.04.2007 Dieter Schmidt Wehrleiter |
